Touristenpfad

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Olchon

Olchon ist die größte Insel von 26 Inseln des Baikalsees.

Die Länge der Insel beträgt 71,7 km, die größte Breite 15 km und die Fläche730 km2.

Die Insel grenzt einen Teil des Baikalsees ab, der den Namen Maloje More trägt (ins Deutsche wörtlich übersetzt heißt das „das Kleine Meer“ und der burjatische Name dafür ist „Narin-Dalai“, d.h. „das schmale Meer“). Maloje More hat den Charakter einer Enge, die sich von Süd-Westen bis Nord-Osten ausweitet, ihre Länge beträgt 76 km, die größte Breite ist 17 km, die kleinste Breite ist 4 km, die maximale Tiefe beträgt 200 m. Das ist eines der weitesten Flachwassergebieten des Sees und der beliebteste Ort für Erholungsuchende.

Es gibt zwei Versionen für die Entstehung des Inselnamens Olchon. Nach der ersten Vermutung kommt der Name der Insel vom burjatischen „Oichon“ und bedeutet „bewaldet“, nach der zweiten Vermutung entspringt der Name der Insel dem Wort „Olgon“, was als „trocken“ übersetzt wird. Beide Varianten entsprechen in vollem Umfang dem Erscheinungsbild von Olchon: Die Insel ist gleichzeitig trocken und bewaldet. Allerdings findet man den Wald nur im zentralen Teil, die nördliche Spitze und die südliche Spitze der Insel sind Steppe.

 

Vom Festland trennt die Insel die Enge Olchonskije Worota (auf Deutsch „Olchontor“), auf das nur mit der Fähre übergesetzt werden kann. Im Winter wird die Beförderung auf Eis organisiert, und bei Eisbildung und bei Eisschmelze hört die Verbindung mit Festland vorübergehend auf, es gibt keine regelmäßigen Flüge auf die Insel.

Die Bucht Sagli (Taschkai Bucht) gilt als Ort mit der größten Anzahl von Sonnentagen im Gebiet Irkutsk. Die Anzahl von Sonnentagen ist dreimal so hoch wie in Irkutsk und beträgt 2200-2400 Stunden im Jahr, das ist genauso viel wie in den kaukasischen Ferienorten.

Das Kap Chorin-Irgi wird von der Halbinsel Kobilja Golowa (Stutenkopf) durch einen steilen Riss mit einer Breite von 4 m und 10 m hohen Wänden getrennt und erinnert von Weitem an einen Stutenkopf. Die Felsen des Kaps erregen die Aufmerksamkeit mit Eisgebilden, die Wellen beim Zufrieren des Sees erzeugen. Bei starkem Sturmwind können die windseitigen Felsen mit solchen Eisgebilden mit einer Höhe bis 10-20 m und mit einer Dicke bis 10-15 cm bedeckt werden. Auf der nördlichen Seite bildet sich solches Eis an den steilen Felsen um zehnte Meter dicht nach oben, und seltsame Eisverzierungen umwachsen den Riss.

Chorgoi ist ein Steppenkap. Der Kap Chorgoi ist durch Ruinen der alten kurikanischen Schutzmauer bekannt. Das ist eine der am besten erhaltenen alten Mauern auf der Insel. An den Flanken erkennt man ein Steinmauerwerk mit einer Höhe an bestimmten Stellen bis 1,5-2 m. Die Mauer wurde 1879 von I.D. Tscherski entdeckt. Die Errichtung der Mauer erfolgte ohne bindendes Material. Die Gesamtlänge der Mauer beträgt 292 m.

Chuschir ist eine Ortschaft auf Olchon mit der Bevölkerung von 1270 Einwohnern. Im Landeskundemuseum des Dorfes Chuschir gibt es eine mannigfaltige Sammlung von alten Gegenständen, die das Alltagsleben und die Kultur der Inselbewohner wiederspiegeln. Das Museum wurde vom Geographielehrer N.M. Rewjakin gegründet. Das Info- und Reisezentrum ist in Baikalskaja uliza 29 untergebracht. Dort können Tickets gebucht werden und Souvenirs kaufen und Reiseführer verkauft. Von dort fahren Minibusse nach Irkutsk ab.

Kap Burchan (Schamanenfels)

Das Kap Burchan liegt auf dem östlichen Ufer im zentralen Teil der größten Insel des Baikalsees – der Insel Olchon.

Auf dem Kap Burchan ist das Objekt des Kulturerbes (Archäologieerbes) der Völker der Russischen Föderation mit der föderalen Bedeutung „Burchan“ (Verordnung des Ministerrates der RSFSR vom 04.12.1974 Nr. 624) untergebracht. Das Objekt des Kulturerbes „Burchan“ stellt ein Ensemble (archäologisches Ensemble) „Burchan“ („Kap der Schamanen“) mit einem festgelegten Gelände dar. Seit 1981 ist das Kap Burchan ein Naturdenkmal der regionalen Bedeutung.

Das Kap Burchan enthält Kulturschichten mit Resten der materiellen Kultur: archäologischen Gegenständen mit historischem, wissenschaftlichem, kulturellem Wert, die wissenschaftliche Informationen über die Geschichte und Kultur des Menschen in der Zeit vom Neolithikum (5. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.), jüngerer Steinzeit, bis 17.-19. Jh. n. Chr. in sich tragen.

Der Zweispitzenfels wird aus kristallinem Kalkstein – Marmor – gebildet, der mit bunten roten Flechten bedeckt ist. Im Fels, der zum Ufer am nächsten liegt, gibt es eine durchgehende Höhle, die von Chori- und Barga-Burjaten besonders verehrt wird. Früher fanden in der Höhle schamanische Riten statt, und später, nach der Lamaisierung von Burjaten, befand sich in ihr ein Buddha-Altar.

Der heilige Schamanenfels mit einer durchgehenden Höhle, in die nur der Schamane einen Zugang hatte, blieb lange Zeit verboten, keiner durfte sich der Höhle nähern und darin aufhalten. Der Eingang in die Höhle liegt in einer Höhe von 481 m über dem Meeresspiegel, die Länge der Höhle beträgt ca. 12 m, die Breite von 3 bis 4,5 m und die Höhe von 1 bis 6 m.

Westlich auf der Oberfläche des Felsenkaps Burchan gibt es einen natürlichen Aufschluss des braunen Gesteins, das im Hintergrund des Felsen aus weißem Marmor als Abbildung eines Drachens erscheint. Der Blick auf dieses Naturschauspiel eröffnet sich am besten im Winter vom zugefrorenen See.

Nördlich vom Kap Burchan liegt der hervorragende Sandstrand der Bucht Sare (Sarajskij saliw), der sich in 3 km ausstreckt.

Die Sanddeiche verbergen gemütliche, von Fichten umgebene (Schamanenwald) Wiesen in der Tiefe des Ufers. Hier wachsen viele zehnte von Bäumen, die 300-500 Jahre alt sind. Noch mehr gibt es hier Fichten und Lärchen, die als Folge des Lebens auf dem Sand und des Kampfes gegen ständigen Wind haben eine ungewöhnliche Lebensform gebildet: auf dem Sand schleichende Zweige und vorwiegend steil nach unten gebogene obere Zweige, alte Bäume in Form eines Busches oder einer Baumgruppe.

Solche Fichten und Lärchen sind selten und brauchen Schutz. Oft überschreitet ihr Alter 200-300 Jahre. Auf dem Sand selbst wuchsen krautartige Pflanzen, darunter auch Endemiten und Relikte, die in die Rote Liste gefährdeter Arten eingetragen sind.

Die Ortschaft Pestschanoje, die 20 km nördlich des Dorfes Chuschir in der Bucht Njurgan liegt, ist wegen ihrer malerischen Sanddünen bekannt. Winde, die dauernd vom See wehen, tragen Sand vom Ufer über und bilden Sanddünen auf der Fläche von ca. 3 km2. Das sind die Sanddünen mit der größten Fläche nicht nur auf der Insel Olchon, aber auch auf der gesamten westlichen Küste des Baikalsees. Auf Sanddünen wächst eine seltene Pflanze, die nirgendwo in der Welt zu finden ist, Olchon-Tragant (Astragalus olchonensis Gontsch.), eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Auch an der Waldgrenze dort, wo Sand aufhört, kann man auf Bäume mit Stelzwurzeln stoßen, die 30-40 cm aus dem Boden emporsteigen.

Sagan-Chuschun steht für „weißes Kap“ und ist bei der Ortsbevölkerung unter dem Namen „Drei Brüder“ bekannt. Das Kap ist in die Liste der Naturdenkmäler von Baikal eingetragen. Das sehr malerische felsige Kap mit einer Ausdehnung von ca. 1 km wird aus hellem Marmor gebildet und ist mit bunten braun-roten Flechten bedeckt. Es ist 4 km von der nördlichen Spitze der Insel entfernt. Von der Seeseite stellt das Kap einen homogenen steilen Felsenabhang dar. Nur in der Nähe gehen die Felsen auseinander und eröffnen einen Blick auf eine kleine Bucht, die von steilen Marmorwänden umschlossen ist. Bei Stille kann man hier direkt ans Land gehen. Wenn man den Fußweg hinaufgeht, erreicht man das Inselplateau: Das ist einer der seltenen Orte im nördlichen Teil, wo es einen Abgang zum Wasser gibt. Im Felsen gibt es auch eine Höhle und zahlreiche Grotten.

Das Kap Choboi (im Burjatischen bedeutet choboi einen „Eckzahn, Mahlzahn“) ist das nördlichste Kap auf der Insel Olchon. Der spektakuläre säulenförmige Fels, der, von der Seeseite aus gesehen, äußerlich an einen spitzen Eckzahn erinnert, hat, von Osten und Westen aus gesehen, eine ausgeprägte Ähnlichkeit mit dem Profil eines weiblichen Kopfes mit der Büste, wie an griechischen Galeeren zu sehen war. Die lokale Bezeichnung für den Felsen ist Jungfrau. Der Ort ist wegen eines mehrstimmigen Echos, das vom Monolithfelsen reflektiert wird, bemerkenswert. Auf dem Kap sind seltene und relikte Kräuter zu finden. Im Winter kann man die Grotten besichtigen, die mit durch Wind und Wellen gebildetem Eis und transparenten Eiszapfen märchenhaft geschmückt sind. Die Verkehrsstraße endet 500 km vom Kap. Der Aufstieg zum Kap gibt Aufschluss über die Entstehung der Insel. Vom Kap ist die schiefe tektonische Scholle deutlich zu sehen, die in östlicher Richtung mit 100-200 m hohen Felsen abfällt und in westlicher Richtung zum Kleinen Meer flach hinuntergeht. Das Kap Choboi liegt in der Nähe der breitesten Stelle des Baikals (79,5 km), und nur bei gutem Wetter ist von dort die östliche Küste, die bergige Kontur der Halbinsel Swjatoj Nos (Heilige Nase) sichtbar.

Die Gegend Usuri liegt im ersten vom Kap Choboi Tal, das zum östlichen Ufer ausgeht, wo die Verkehrsstraße zum Wasser führt. Seit 1953 funktioniert hier eine Wetterstation, die zu den ältesten Wetterstationen in der Baikal-Region gehört. Zusammen mit Wetterstationen auf der Insel Bolschoi Uschkanij, in Dawsch, auf Kap Solnetschnij und in Tompa befasst sie sich mit der Überwachung des Wetters am Baikal. Im Winter ist es interessant, nach Usuri über die Insel zu kommen und auf Eis entlang der steilen Felsen in Richtung von Choboi spazieren zu gehen. Beim Zufrieren des Sees entstehen an den Felsen schöne Eisgebilde und zahlreiche Eisverzierungen in Form von Eiszapfen und Stalagmiten.

Berg Schima. In der Entfernung von einem Reisetag von Usur liegt der heilige Berg Ischimei (1276 m). Das ist die höchste Stelle der Insel. Der Berg gilt bei der Ortsbevölkerung als heilig. Der Name des Ortes Ischimei kommt vom Wort eschin „Herr der Gegend“. Der Besuch dieses Ortes ist nur für wissenschaftliche Forschungen und in Begleitung von Rangern gestattet.