Pfad des Schamanen

Pfad des Schamanen – Kultplatz Kap Burchan

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„KAP BURCHAN: DIE WICHTIGSTE HEILIGE STÄTTE“

Die Insel Olchon ist das geographische Zentrum des ethnischen Territoriums von Burjaten, auf dem heilige Objekte von großer kulturellen Bedeutung reichlich vorhanden sind, daher haben moderne Schamanen der Republik Burjatien Ende XX die Insel „zur wichtigsten heiligen Stätte und zum Kultplatz der mongolischen und zentralasiatischen Völker, der die heilige Urheimat der Burjaten verkörpert“ offiziell erklärt. Wegen ihrer Isoliertheit wurde die Insel Olchon im Herzen von Baikal zum letzten Zufluchtsort von Schamanen aus Nordasien. Mongolische Schamanen fanden hier während der Verfolgung im Zeitalter von Dschingis Khan und Kublai Khan im 12. und 13. Jahrhundert und später, während der Verbreitung von Lamaismus in Burjatien, wegen der Bedrückung der buddhistischen Lamas im 17. und 18. Jahrhundert ihre Zuflucht.

„SCHAMANENFELS: EINES DER NEUN HEILIGTÜMER ASIENS“

Eine der wichtigsten heiligen Stätten der Insel ist der Schamanenfels und das gesamte Kap Burchan. Der Schamanenfels, eines der neun Heiligtümer Asiens (früher als „Stein-Tempel“ genannt) ist der Kultplatz für Menschen, die Schamanismus, Buddhismus praktizieren. Er wird als ein Tempel unter dem freien Himmel beschrieben, das ist der Ort mit starkem Energiefeld. Der Zweispitzenfels wird aus kristallinem Kalkstein – Marmor – gebildet, der mit bunten roten Flechten bedeckt ist. Im Fels, der zum Ufer am nächsten liegt, gibt es eine durchgehende Höhle, die von Chori- und Barga-Burjaten besonders verehrt wird. Früher fanden in der Höhle schamanische Riten statt, und später, nach der Lamaisierung von Burjaten, befand sich in ihr ein Buddha-Altar.

„SERGE“

Auf dem Kap lassen sich Serge, Totempfähle entdecken. Die Errichtung von Serge hatte eine symbolische Bedeutung: Das ist mein Land, dieser Ort hat einen Besitzer. Serge wurde zweimal im Leben eines Menschen errichtet: beim Heiraten und beim Tod. In der Vergangenheit ragte Serge neben jeder Jurte empor, denn „solange Serge steht, lebt die Familie“. Serge musste von selbst verfallen, man durfte den Totempfahl nicht zerstören. Serge symbolisierte den Baum des Lebens, den Weltbaum, der 3 Welten vereinigte. 3 Ringnuten wurden am Pfahl eingeschnitten. Die obere Nut wurde für die Anbindung von Pferden der obersten Himmelbewohner, die mittlere für die Anbindung von Pferden der normalen Menschen und die untere für die Anbindung von Pferden der unterirdischen Bewohner vorgesehen. Serge kommen auf Barissa (Kultstätte, wo Opfer dargebracht wurden), in der Nähe von Straßen und Jurten vor. Auf dem Kap Burchan wurden 13 Serge nach der Zahl der nördlichen Himmelsherrscher, der Nojonen, der Söhne des obersten und des mächtigsten Gottes Tengri, errichtet.

„… WIRD STRENG GEAHNDET“

Der älteste und der mächtigste von Nojonen Khan Choto-Babei wählte zu seinem Aufenthaltsort die Höhle im Schamanenfels und wurde zum Herrn der Insel, zum Schützer und Behüter der schamanischen Religion der nördlichen Richtung. Keiner durfte sich dem Aufenthaltsort des Geistes und des Herren von Olchon nähern. „Wer sich dem Schamanenfelsen ohne Erlaubnis des Geistes und des Herren nähert, wird streng geahndet“ – so sagen die Schamanen.

„HEILIGER SCHAMANENWALD“

Neben dem Kap lag der Schamanenwald, wo Schamanen verbrannt und beigesetzt wurden. In diesem Wald wollte keiner Burjate jagen, da alle in diesem Wald lebenden Tiere dem Herrn der Insel gehörten. Der Schamanenwald bestand nach den Erinnerungen der Bewohner von Chuschir bis 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Alte heilige Bäume wurden für den Bau des Dorfes Chuschir verwendet. Die Vernichtung des Waldes bedeutete die Zerstörung der Naturbarriere gegen Wind und Sonne und Ausweichen der Feuchtigkeit, was Bodenerosionen, Sterben von bestimmten Pflanzenarten und Bildung von Erdkluften zur Folge hatte.